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Fragen zum Themenbereich Haus und Garten
Der Hauptwirkstoff des Niem ist das Azadirachtin, das, nach Aussagen der Hobbythek, gegen 90% aller Pflanzenschädlinge wirkt.
Azadirachtin:
- wirkt auf das Hormonsystem und verhindert so die Fortpflanzung der Schädlinge
- wirkt als Fraßhemmer
- verhindert, dass mit Niem geschützte Pflanzen von Schädlingen befallen werden
- wirkt nicht auf Nützlinge, wie Bienen, Schmetterlinge oder Säugetiere
30-50 g/ca. 3-8 Esslöffel (je nach Befall) gemahlenen Samen mit 1l Wasser über Nacht einweichen, dann durchsieben (alter Nylonstrumpf) und mit dem Sud die Pflanzen und ihre Erde besprühen. Diese Anwendung nach ca. 10-14 Tagen wiederholen und so lange weiterführen, bis die Pflanzen frei von Schädlingen sind. Niem kann auch vorbeugend eingesetzt werden, dazu braucht man nur kleinere Mengen Niemsamen. Diesen Sud kann man entweder mit Pumpsprühflaschen oder professioneller, mit Spritzbehältern, die es im Gartenhandel gibt, auf die Pflanzen aufbringen.
Laut Hobbythek können mit dieser Niemlösung:
„Blattläuse verschiedenster Arten, aber auch Dickmaulrüssler oder gefräßige Schmetterlingsraupen, wie z.B. die Raupe von Kohlweißling, Apfel- oder Pflaumentwicklerlarven und sogar Kartoffelkäferlarven und Spinnmilben wirksam bekämpft werden. Da Niem praktisch giftfrei ist, kann auch Gemüse behandelt und ohne lange Wartezeiten verzehrt werden.“
Der angesetzte Niemsud ist zum sofortigen Gebrauch gedacht, er hält sich nur wenige Tage. Der Niemsamen sollte vor Feuchtigkeit und UV Strahlen geschützt werden. Niem hat einen starken typischen Eigengeruch, daher nach Möglichkeit nur draußen spritzen. Topfblumen für einige Stunden nach draußen stellen oder lüften. Der Geruch ist nicht schädlich, nur unangenehm.
Der Presskuchen ist der dunkelbraune, harte Rückstand, der bei der Niemöl-Gewinnung übrig bleibt. Da er sehr mineralstoffreich ist, ist er das ideale Düngemittel. 1 kg Gartenerde mit 15-30 g Presskuchen vermischen.
Das Niemöl wird durch Kaltpressung aus den Samen gewonnen. Die Hobbythek empfiehlt es als Spritzmittel gegen Läuse. Um das Niemöl wasserlöslich zu machen, vermischt man es mit Rimulgan. (5 ml Niemöl mit 1,5 ml Rimulgan vermischen für 1l Wasser) Auf keinen Fall darf man statt Rimulgan Mulsifan einsetzen.
Für eine monatliche Behandlung gegen Hausstaubmilben, die sich bekanntlich gern in Matratzen einnisten: 1 Hobbythek Messlöffel (ca. 2,5 ml) Niemöl in 70 ml Alkohol (Isopropylalkohol oder Kosmetisches Basiswasser) lösen und mit 5 bis 10 Tropfen etherischem Öl Lavendel oder Citronella versetzen. Diese Mischung in eine Sprühflasche einfüllen und die Matratze damit einsprühen.
Das Kokosfaserbrikett wird aus Kokosfasern gepresst. Es ist eine gute Alternative zu Torf, da es den Boden auflockert. Es ist umweltfreundlich und da es ein Konzentrat ist, leicht zu transportieren. Es schafft Absatzmöglichkeiten für die Kokosbauern in der Dritten Welt. Das Kokosfaserbrikett vermischt man mit ca. 4 l Wasser und lässt es quellen. Danach erhält man ca. 8 - 9 Liter Pflanzensubstrat.
Der pure Niemsamen hilft hervorragend gegen Schnecken. Der Samen wird um die Pflanzen, die man schützen will, aufgetragen. Die Schnecken werden so vertrieben. Ein anderes gutes Mittel ist Lebermoosextrakt. 20 ml Lebermoosextrakt mit einem Liter Wasser verdünnen und damit die Pflanzen besprühen. Die so besprühten Pflanzen verderben den Schnecken den Appetit und sie wandern ab.
Da Ameisen sehr geruchsempfindliche Tiere sind, kann man sie mit dem starkem Niemgeruch vertreiben. Hierfür gibt man Niemöl unverdünnt auf die Ameisenstraße oder streicht einen Streifen, z.B. vor der Balkon- oder Terrassentür damit ein. Diesen Vorgang wiederholt man alle 10 Tage.
Auch etherisches Nelken- oder Lavendelöl vertreibt die lästigen Ameisen. Man gibt einige Tropfen davon vor die Balkon- oder Terrassentür. Man kann das Öl auch auf Papiertaschentücher geben und Ritzen damit ausstopfen.
Lebermoosextrakt ist ein alkoholischer Auszug aus Bazzania triloba. Er macht die Pflanzen ungenießbar für Schädlinge, so dass sich die Schädlinge nicht mehr vermehren oder abwandern. Er ist völlig ungiftig für Menschen und Tiere. Forscher der Uni Bonn haben unterschiedlichste Verbindungen im Moosextrakt entdeckt, die u.a. auch gegen Pilze und Bakterien wirken. Die Hobbythek empfiehlt Lebermoosextrakt gegen Pilze (Mehltau, Frucht- und Schimmelfäule) 5 - 20 ml Lebermoosextrakt auf 1 l Wasser.
Lebermoosextrakt kann überall da eingesetzt werden, wo sich Schimmelpilze bilden können oder bereits gebildet haben, in Nassräumen, an Textilien und Teppichen. 10 ml mit 1 l Wasser verdünnen oder pur auf die befallene Fläche sprühen.
Durch den geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in unseren Lebensmitteln, kommen manche Schädlinge mit den Lebensmitteln ins Haus. Um sich vor den lästigen Lebensmittelmotten zu schützen, füllt man alle Lebensmittel, besonders Müsli, Trockenfrüchte, Kerne, Mehl usw. in luftdichte Dosen. Ein gutes Mittel um möglicherweise schon in Produkten vorhandene Eier abzutöten, ist das Durchfrieren im Tiefkühlschrank oder das Erhitzen auf ca. 70°C im Backofen. In den Schränken helfen zusätzlich Pheromone-Streifen mit denen die noch vorhandenen Motten angelockt werden und auf denen sie kleben bleiben. Ist der ganze Schrank von Motten befallen, kann man nur alle befallenen Lebensmittel wegwerfen und den Schrank mit Essigwasser oder mit OranexHT gründlich auswaschen. Besonders gründlich muss man Ecken und Ritzen auswaschen, denn gerade in den Ritzen werden gerne die Eier abgelegt.